Sammlung

Ruhezitate für einen Kopf, der nicht zur Ruhe kommen will

Ruhe ist die meistgefälschte Idee im Zitatgeschäft. Wer danach sucht, bekommt tausend Zeilen über Strände und Atemzüge, die meisten jemandem zugeschrieben, der sie nie geschrieben hat. Die Ironie: Die Schriftsteller, die am gründlichsten über Ruhe nachdachten, waren selten ruhige Menschen — Schlaflose, Verbannte, öffentliche Männer, die an den Rändern lauter Leben schrieben.

Das macht ihre Sätze brauchbar. Keiner behandelt Ruhe als Ort, an dem man ankommt, sobald die Umstände sich bessern. Sie behandeln sie als etwas, das man mit seiner Aufmerksamkeit tut, während die Umstände genau bleiben, wie sie sind: die zweite Schicht bemerken, die man dem Ereignis hinzugefügt hat, sie ablehnen, und die erste Schicht sein lassen, was sie ist. Marc Aurel schrieb über den Rückzug ins eigene Innere, während er an einer Grenze ein Heer befehligte. Montaigne wollte ein Hinterzimmer im Haus eines Lebens, das sonst voller anderer Menschen war.

Alles hier ist bis zu einem bestimmten Werk an einer bestimmten Stelle nachweisbar. Zeilen, die wir nicht verorten konnten, stehen nicht auf der Seite — wie heiter sie auch klingen. Lies eine langsam. Ein ruhiger Satz, in Eile gelesen, ist nur mehr Lärm.

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  1. “Men are disturbed not by things, but by the views which they take of things.”

    EpictetusEnchiridion, 5
  2. “To be everywhere is to be nowhere.”

    SenecaLetters to Lucilius, II
  3. “Nothing can bring you peace but yourself.”

    Ralph Waldo EmersonSelf-Reliance, 1841
  4. “I love a broad margin to my life.”

    Henry David ThoreauWalden, 1854

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